SEO Suchmaschinenoptimierung für Menschen
   •   18 Januar 2019

Warum wir nicht für Suchmaschinen, sondern für Menschen optimieren sollten

SEO ist zu einem essentiellen Faktor für den Erfolg einer Website geworden. Mit jedem neuen Update ändern sich die Parameter, die für Suchmaschinen-Algorithmen ausschlaggebend sind – oder deren Gewichtung. Doch eine Konstante bleibt und ist vielleicht wichtiger den je: Der Mensch und wie er mit einer Seite interagiert.

Suchmaschinenoptimierung – eine Erfolgsgeschichte mit vielen Gesichtern

Wahrscheinlich hat kaum ein anderes Tool unser Verhalten im Internet so nachhaltig geprägt wie die Online-Suchmaschine – und im Falle Europas meinen wir damit vor allem Google. Seit dem Durchbruch des Suchmaschinengiganten gibt es Menschen, die versuchen, den Such-Algorithmus von Google und dessen Mitbewerber zu entschlüsseln – die Anfänge der Suchmaschinenoptimierung wie wir sie heute kennen.

Mittlerweile hat sich daraus ein eigener Berufsstand mit hochspezialisierten SEO-Experten und -Agenturen entwickelt, die sich nur darum kümmern, das Ranking von Webseiten in Suchmaschinenergebnissen zu verbessern. Und auch für breiter aufgestellte Agenturen – und dazu zählen auch wir uns –  ist Suchmaschinenoptimierung mittlerweile zu einem elementaren Faktor geworden.

SEO: Warum wir nicht für Suchmaschinen, sondern für Menschen optimieren sollten

Suchmaschinen sind heute intelligenter

Doch trotz aller Professionalisierung und Fortschritte im Bereich SEO – eine Unsicherheit bleibt noch immer: welche Faktoren nun wirklich zum Suchmaschinenalgorithmus zählen und wie stark die Gewichtung ist. Zum Glück haben wir heute durch einige Experimente und Untersuchungen einen relativ guten Einblick in Faktoren, die das Ranking beeinflussen.

Zudem werden auch die Suchmaschinenbetreiber nicht müde, ihren Service durch immer neue Updates und Änderungen zu verbessern. Diese Updates zeigen einen ganz klaren Trend: Die Suchmaschine wird immer intelligenter. Sie kann immer besser verstehen, was die Suchintention hinter einem bestimmten Begriff oder Satz ist. Und sie kann immer besser einschätzen, welche Art von Content dem Suchenden wirklich weiterhilft.

Ein großer Punkt dabei ist, dass durch den Einsatz künstlicher Intelligenz die Fähigkeit von z.B. Google viel größer ist, Texte und deren Sinn zu verstehen. Vorbei sind die Zeiten, in denen ein bestimmtes Keyword mit bestimmter Häufigkeit in einem Text vorkommen musste – oder am besten eine ganze Phrase.

SEO in Zeiten künstlicher Intelligenz

Und das ist vielleicht die größte Chance für die SEO-Disziplin. Denn die Entscheidung, ob ein Inhalt die beste Antwort auf eine Suchanfrage ist, wird viel weniger an Formalien oder technischen Einzelheiten festgemacht als an komplexeren Fragen wie Textqualität und Relevanz.

Heute ist viel besser möglich, was von Anfang an Googles Ziel war: den Menschen die bestmöglichen und relevantesten Suchergebnisse anzuzeigen. Die Suchmaschine versteht Synonyme, mögliche Variationen von Phrasen. Sie kann besser einschätzen, wann ein Text gut geschrieben ist oder etwas grundsätzlich Neues zu einem Thema beiträgt. Und sie berücksichtigt noch mehr das Verhalten der Suchenden – etwa bei der Bounce-Rate. Zusätzlich kann sie besser zwischen verschiedenen Such-Intentionen differenzieren: ob jemand etwas kaufen möchte, nach Informationen sucht oder nur eine schnelle Antwort auf eine Frage braucht.

SEO: Warum wir nicht für Suchmaschinen, sondern für Menschen optimieren sollten

Die „Human First“-Herangehensweise

Ein gutes Beispiel dafür ist die Metadescription. Früher gab es eine klare Vorgabe, dass das Keyword in der Metadescription vorkommen soll – was die eine oder andere nur schwer zu entziffernde, aber vor Keywords nur so strotzende, Metadecription zur Folge hatte. Um diese Praxis zu beenden, wurde Keyword-Dichte in der Metadescription als Ranking-Faktor gestrichen. Dennoch macht es immer noch Sinn, das Keyword dort (in Maßen) einzusetzen, denn die User klicken eher auf einen Link, wenn sie das gesuchte Wort auch in der Beschreibung finden. Eine höhere Click-Through-Rate ist sehr wohl ein ausschlaggebender Punkt für das Ranking.

Der Unterschied in der SEO-Herangehensweise ist die Motivation dahinter: Mache ich etwas, um eine Suchmaschine glücklich zu machen? Oder mache ich es, um den Nutzern der Suchmaschine – Menschen, denen ich mit meinen Informationen oder Angeboten helfen könnte – schneller zum richtigen Ergebnis zu verhelfen?

Für Menschen optimieren – nicht für Suchmaschinen

Die Frage beantwortet sich eigentlich von selbst. Ohne Zweifel gibt es immer noch Bereiche bei der Suchmaschinenoptimierung, die von technischen Kennzahlen geprägt sind.Doch dahinter liegt immer eine höchst menschliche Komponente: Eine Seite sollte nicht möglichst schnell laden, weil Google das so will, sondern weil die Nutzer sonst ungeduldig werden. Es geht am Ende um Menschen, nicht um Suchmaschinen, die wir glücklich machen wollen.

Hier liegt letztendlich auch der Wert der Suchmaschinenoptimierung: Ich richte mich nach Parametern wie User Experience oder der Qualität von Inhalten. SEO hält mich an, mir zu überlegen, welche Fragen sich Menschen stellen, welche Anfragen sie an Suchmaschinen stellen, welche Inhalte ich ihnen zur Verfügung stellen kann, die diese Fragen am besten beantworten.

Es ist weniger eine Optimierung für die Suchmaschine, sondern das Streben nach einem besseren Angebot für die Menschen, die ich erreichen möchte.